
Benjamin Brunke
Genogrammarbeit:
Das Genogramm ist eine zweidimensionale Darstellung eines Familienstammbaums und stellt eine Visualisierungstechnik dar, die ich einsetze um familiäre Zusammenhänge, Verwicklungen oder Vererbungslinien von in der Familiengschichte verankterten Verletzungen oder Traumata aufzu-decken. Im Genogramm zeigen sich Muster oder Fraktale in der Familiengschichte, die mögliche Ursprünge unerklärlicher Widerstände und Blockaden aufzeigen können.
Systemische Familienstrukturaufstellung:
Die systemische Familienstrukturaufstellung öffnet eine Zugriff auf das Potential unbewusster Beziehungsmuster und Verstrickungen innerhalb der Familie oder eines bestimmten Systems. Sie kann den Zugriff auf energetische Felder in der Familiengeschichte erleichtern, ungelöste Loyalitäten aufdecken und eine Möglichkeit der Neuordnung darstellen. Sie eröffnet ebenso einen Zugriff auf die Kraft der positiven Bindung innerhalb der Familie.
Die Familienstrukturaufstellung kann mit den tatsächlichen Familienmitgliedern, oder mithilfe von Stellvertretern durchgeführt werden. Sie kann aber auch im Einzelcoaching mit Unterstützung von Visualisierungswerkzeugen wie dem Familien- oder Systembrett durchgeführt werden.
Bei der Familienstrukturaufstellung folge ich in ihrer Durchführung keiner bestimmten Ausrichtung, sondern orientiere mich an meinem eigenen Ansatz und lasse mich durch Resonansprozesse und deren sensitiven Wahrnehmung leiten. Ich gehe dabei von einer bestimmten Ordung der Systeme aus, die durch bestimmte Prinzipien wie der Polalarität von Männlichkeit und Weiblichkeit, der Geschwisterreihenfolge oder der Generationenfolge strukturiert sind. Die Wahrnehmung dieser platziere ich stets als Angebote und nie als Gewissheiten oder absolute Notwendigkeiten.
Systemstabilisierung durch Werteentwicklung:
Werte stellen das Grundgerüst und den Orientierungsrahmen menschlicher Entscheidungen dar und bilden somit ein entscheidendes Element der Selbstvergewisserung und somit der Systemstabilität. Dabei geht es nicht lediglich darum Werte benennen zu können, sondern diese auch konsequent in seine Lebensentscheidungen und Handlungen einfließen zu lassen. Um handlungsleitende Werte zu erlangen, benötigt der Mensch auch die Erfahrung, der nach seinen Werten getroffenen Entscheidungen. Dann merkt er, als erfahrungsbasiertes und nicht rein intellektuelles Wesen, ob es tatsächlich seine Werte sind. Werte, die nur im Kopf existieren, stellen keine wahren Werte dar und beschreiben nicht das Wesen eines Menschen. Wird das eigenen Handeln konsequent an den eigenen Werten ausgerichtet und die Erfahrung und deren Reflektion zugelassen, können Werte zu Tugenden werden. Somit sind sie in der eigenen Persönlichkeit integriert.
Ob man einen bestimmten Wert auch tatsächlich leben will, stellt nicht zuletzt auch eine bewusste Entscheidung dar. Je mehr und konsequenter der Mensch seine Entscheidungen an seinen Werten ausrichtet, desto mehr verändert er sich hin zu dem, was er ist und sein möchte und beschreitet einen Weg zur Integrität. In manchen Entscheidungen können sich unterschiedliche Werte einer Person widersprechen und es ist deswegen notwendig, Klarheit über seine eigene Wertehierarchie zu erlangen. Die Entscheidung für bestimmte Werte ist eine bewusste Entscheidung. Werte selbst entstehen aber erst sekundär im Kopf. Primär sind sie in unserm Herzen verankert und wir können diese Werte spüren, wenn wir bereit sind dem Spüren Raum zu geben und wieder Vertrauen in uns und dieses Gespür zu entwickeln. Die Werteentwicklung und -vergewisserung ist zentraler Bestandteil meiner Arbeit und zeigt sich als immens hilfreich im eigenen Klärungsprozess.
Gefühls- und Körperarbeit:
Gefühls- und Körperarbeit bedeutet unsere Gefühle und Körperempfindungen zunächst wahrzunehmen und dann eine Sensibilität dafür zu entwickeln, was sie uns mitteilen wollen. In der gelingenden Beziehung zu unseren Gefühlen und unserem Körper kann der Mensch diese zu einem Instrument entwickeln, das ihm in großer Klarheit mitteilt, was in der jeweiligen Situation zu tun ist. Somit kann es zum Kompass seines Lebens werden. Der Körper und die Gefühle wissen zumeist vor unseren bewusst wahrgenommenen Gedanken, was für uns richtig und gut ist.
Manche Erlebnisse, in der eigenen Biografie selbst erlebt oder in der Familiengschichte geschehenen und die damit verbundenen Gefühle sind nicht im bewussten Gedächtnis abgespeichert, sondern im Körpergedächtnis. In diesem ist alles abgespeichert, was wir oder unsere Vorfahren erfahren haben und es zeigt uns dies durch bestimmte Signale an. Den meisten Menschen wird sehr früh in ihrem Leben beigebracht, nicht auf dieses hochsensible Instrumentarium zu hören und ihm zu vertrauen. Sie haben oftmals verlernt, diese Empfindungen überhaupt zu spüren. Dieser Prozess kann rückgängig gemacht werden und die Wahrnehmung kann wieder hierauf geschult und sensibilisiert werden.
Auch in der Beschreitung dieses Prozesses liegt eine bewusste Entscheidung. Da die mögliche Konfrontation mit verdrängten Verletzungen und Ängsten Hemnisse auslösen kann. Der von mir angebotenen Beziehungsraum stellt eine Möglichkeit dar, diese Konfrontation bewusst und in Begleitung einzugehen.
Innerpsychische Anteile:
die therapeutische Technik der innerpsychischen Anteile in ihren unterschiedlichen Formen und Ausprägungen stellt ein Hilfskonstrukt dar, das eine unterstützende Funktion darin einnehmen kann, den Phänomenen, die wir in ihrer Komplexität noch nicht erfassen können, eine Struktur zu geben und sie so Schritt für Schritt ins Bewusstsein zu integrieren. Sie beinhalten aber auch die Gefahr der Normalisierung der Fragmentierung der Persönlichkeit. Ihre Form stellt in meiner Arbeit nie die Lösung an sich dar. Die Lösung ist immer die Rückführung des Fragmentierten in die Ganzheit und Einheit.
So können die Techniken der eigenen innerpsychischen Anteile, dem Selfleadership oder dem inneren Kind günstig sein, um wieder in Kontakt mit unterdrückten, verdrängten, verleugneten oder missliebigen Seiten der eigenen Persönlichkeit zu gelangen. Oder um überhaupt zunächst einen Bewusstseinsraum über die Fragmentierung der eigenen Persönlichkeit zu schaffen oder um einen Weg aufzuzeigen, wie eine geeignetet Balance zwischen diesen Anteilen, als Zwischenschritt zur geeinten Persönlichkeit erlangt werden kann. Anteile können wiederum auf unterschiedliche Art und Weise und mithilfe verschiedener Techniken, wie dem System- oder Familienbrett, visualisiert und veranschaulicht werden.
Dies stellen für mich Techniken dar, die im Prozess angewendet werden können. Das Ziel ist jedoch immer die Integration aller vorhandener Anteile und die Stabilisierung des Systems in einer ganzheitlichen Balance, um schlussendlich im vollständigen Ganzen zu leben, zu empfinden, zu entscheiden und so die eigene Spaltung und Fragmentierung, aber auch die zwischenmenschliche, zu überwinden.