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Grundlegendes:

Meine Arbeit ist geprägt durch meine Beschäftigung mit Themen, die mich seit geraumer Zeit weit über die Grenzen meiner formalen Ausbildung und meines Berufsfeldes hinaus begleiten. Dem Thema der strukturellen Beschaffenheit, der Ausprägung und der Qualität von Beziehungen vielfältiger Art, die in ihrer Art und Weise den Menschen ausmachen, beschreiben und auf ihn wirken. Dem Thema der Fremdbeeinflussung und Manipulation einzelner Menschen oder Menschengruppen in ihren so unterschiedlichen Spielarten, insbesondere in der sogenannten Erziehung und den damit verbundenen kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen auf den einzelnen Menschen, seine Beziehungen und die Gemeinschaft. Dem Thema der sich stetig zeigenden Suche der Menschen nach Sinnhaftigkeit und ihrer Hingabe und ihr Festhalten an bestimmten Ideen und Deutungen, in der Hoffnung, dort Halt und die richtigen Antworten für sich zu finden. Gleichzeitig beeindruckt mich seit jeher die faszinierende und sich immer wieder zeigende Fähigkeit des Menschen, selbst unter schwierigsten Bedingungen und Lebensumständen unermüdlich nach Freiheit zu streben und diese auch immer wieder für sich zu finden und sie auszuhalten.

 

Die Fähigkeit des menschlichen Geistes durch Gedanken zu Erkenntnis zu gelangen, halte ich für eine der großartigsten Errungenschaften der Evolution. Gleichwohl sehe ich hierin auch die Gefahr, sich zu sehr mit seinen Gedanken zu identifizieren, die notwendige Distanz zu ihnen und somit zur eigenen Ganzheit zu verlieren. Es stellt eine große Aufgabe dar, die Beziehung zu den eigenen, aber auch den Gedanken anderer in der richtigen Art und Weise zu gestalten und sich von diesen auch immer wieder abzugrenzen.

Mein Arbeit ist geprägt durch alles Wissen, das ich mir bereits angeeignet habe und weiterhin aneigne und integriere. ​In ihr finden sich die klugen Gedanken, Erkenntnisse und Forschungsergebnisse vieler wundervoller Menschen. Der kundige Leser wird sie erkennen. Es sind die einzelnen Menschen, ihre Integrität, ihr Respekt vor der Würde des Menschen und ihr Mut zur Wahrheit, die mich anziehen. Wohl wissend, dass die Wahrheit vom Menschen nie ganz erfasst werden kann. Dass er sich ihr immer nur annähern kann und es viele verschiedene Betrachtungsweisen dieser Wahrheit gibt und doch auch eine universelle, die wir manchmal spüren dürfen. Es sind vor allem die klugen Gedanken derjenigen Menschen, die sich selbst und ihr Wissen in den Kontext der Erkenntnis einordnen, dass der Mensch lediglich ein kleiner Teil einer überwältigenden und großartigen Schöpfung und der sich in ihr zeigenden Kraft ist, welche er in ihrer Ganzheit nie verstehen und begreifen wird und seine Erkenntnismethoden hierzu gering sind.

Ich folge in meiner Arbeit keiner bestimmten Schule und beschränke mich in ihr auf kein bestimmtes Fach- oder Wissensgebiet, sondern versuche bestimmte Elemente aus unterschiedlichen Richtungen in ihr zu verknüpfen. Denn ich habe mich stets von einem künstlich fragmentierten Denken eingeschränkt und kontrolliert gefühlt und ich halte dies für eine Perspektivverengung, die die wahren Zusammenhänge verschleiert und mitunter Erkenntnis sogar eher verhindert, als zu ihr zu führen. Haben Fach- und Wissensgebiete oder sogenannte Erziehungs- und Therapieschulen erst einmal ihren Platz im System erhalten, werden sie vom System absorbiert und ihr Wirken besteht oftmals nur noch darin, ihren Platz durch die Anpassung an die vom System vorgegebenen Regeln zu verteidigen sowie sich in einem permanenten Konkurrenz- und Ressourcenkanpf gegen andere Schulen abzugrenzen. Die klugen Grundgedanken gehen so oftmals im Systemkampf verloren.

Bestimmte Ideen und das zu starke Anhaften und die Identifikation mit diesen, können den Menschen in Besitz nehmen und ihn blind werden lassen für die Wahrheit und die größeren Zusammenhänge. Die Hybris und die Gier halte ich für die größten unter den vielfältigen menschlichen Schwächen.

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Es ist für mich jedoch nicht nur das Wissen, das einen Menschen befähigt, mit anderen Menschen und in der Beziehung zu diesen zu arbeiten. Es ist die Fähigkeit, sich selbst in die richtige Beziehung zu seinem Wissen zu setzen und diesem mit stetiger Demut zu begegnen. Wissen bleibt stets dynamisch und muss notfalls über Bord geworfen und erneuert werden, wenn das Erleben und die Veränderung es verlangen. Dieser Prozess ist jedoch nur im Rahmen einer radikalen Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und einer stetigen Selbstrelativierung möglich. Einem Rahmen der Selbstbeobachtung und -wahrnehmung, der Fähigkeit Versuchungen zu wiederstehen und der unaufhörlichen Entwicklung seines Selbst. So wie jeder Menschen, befinde ich mich in einem permanenten Wachstums- und Entwicklungsprozess. Mein Wissen, mein Ansatz und meine Methodik stellen keine absoluten Größen oder gar Wahrheiten dar. Ich lerne täglich dazu. Mein Arbeit erweitert sich stetig und mit jedem Augenblick. Was ich anbiete ist das, was ich im Moment bin und sich als hilfreich zeigt.

Meine Arbeit ist nicht zuletzt durch meine eigene Biografie und die in ihr existierende Geschichte meiner Vorfahren geprägt. Meinem Lebensweg, der stets von Veränderungen durchzogen gewesen ist und es weiterhin sein wird. Durch meine fortlaufende Suche nach mir selbst, nach Erkenntnis und Wahrheit. Durch meine Beobachtung und Analyse der Welt, ihrer Zusammenhänge und der kleinen und großen Systeme in ihr, die sich in einem fortlaufenden dynamischen Prozess verändern, entwickeln und gegenseitig beeinflussen. Denn alles ist mit allem verbunden und die Erforschung und Wahrnehmung der manigfaltigen Verbindungen ist eine meiner größten Leidenschaften.​

Mein eigener Lebensweg ist durch die Erfahrung gekennzeichnet, dass Veränderung auch unter schwierigen Bedingungen möglich ist. Selbst dann, wenn die gegenwärtige Situation ausweglos erscheint und das Gefühl übermächtig erscheint, dass es längst zu spät ist, um sich in seiner Lebensausrichtung noch einmal grundlegend zu verändern. Aus Angst vor den Erkenntnissen, die die Veränderung mit sich bringen und somit alles in Frage stellen könnten, was man in seinem bisherigen Leben getan hat. Aus Angst vor der Schuld, die sich dann zeigen und einen überwältigen könnte, sowie dem drohenden Unvermögen, sich selbst nicht für vergangene Fehler verzeihen zu können. Oder der tief im Menschen verwurzelten Angst vor Beziehungsverlust, Bedeutungslosigkeit und Einsamkeit und letztendlich immer der Angst vor der Konfrontation mit der eigenen Vergänglichkeit und der unvermeidlichen Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod.

Es ist meine Erfahrung, dass es möglich ist aus seinen Kompensationsstrategien und Süchten auszusteigen, selbst wenn diese einen lange begleitet haben. Indem man seinen Willen erst stärkt und dann befreit und dieser somit stark genug wird, um die Angst zu überwinden und man wieder lernen darf, Vertrauen in das Leben an sich zu entwickeln. Meine Erfahrung, dass es sich lohnt dem Schmerz und der Trauer einen Raum zu geben und diesen Gefühlen mutig zu begegnen.​ Dabei begleitet mich schon immer eine Sehnsucht und ein inneres Streben nach eigener Entwicklung und ein großer Wissensdurst, der die Welt und die so manigfaltig in ihr bestehenden Verbindungen zu verstehen versucht.

Systemisches Verstehen und ganzheitliches Prinzip:

Ich betrachte und nehme die Welt als ein großes System wahr, das wiederum aus vielen einzelnen kleineren Systemen besteht. Diese sind durch komplexe Beziehungen miteinander verbunden und in einem holistisch-ganzheitlichen Verständnis angeordnet. Alles ist letztlich mit Allem durch vielfältige Beziehungen miteinander verbunden und bedingt und beeinflusst sich in einem wechselseitigen, zirkulären Prozess, in dem sich Ursache und Wirkung auflösen. Das kleinere System ist sowohl eigenständig, als auch Teil des größeren Systems. Das größere System bildet ebenfalls eine eigenständige Einheit mit einer eigenen Systemdynamik, die mehr darstellt, als die Summer der einzelnen kleineren Systeme.

Der einzelne Mensch ist als eigenständiges System ein Teil größerer Menschengruppen wie der Familie oder auch Teil der Masse, die jedoch als Menschengruppe und als Masse eine eigene Dynamik und aus dieser resultierende Ausdrucksweisen zeigen. Der einzelne Mensch zeigt sich in ihr oftmals anders, als er sich außerhalb dieser, oder in einer anderen Gruppe zeigt. Das größere System wirkt auf das kleinere ein und umgekehrt. Dieses Einwirken ist durch die Beschaffenheit der Beziehungen der Systeme untereinander strukturiert.

Die Analyse des Systems eines Menschen, sowohl aus der Perspketive des einzelnen Menschen als einem System, aber auch seiner Verortung und somit dem einzelnen Menschen als Teil unterschiedlicher größerer Systeme und der vorhandenen Beziehungen zwischen den Systemelementen sowie die Systemneugestaltung und -neuordnung anhand der Beziehungen, hin zu einem Zustand der Systembalance, stellen die grundlegenden Elemente meiner Arbeit dar. Ziel ist stets die Neugestaltung der Systembeschaffenheit.

Denn wie durchlässig ein System, oder auch wie anfällig oder abhängig der einzelne Mensch vom größeren System oder von der Masse ist, hängt unmittelbar mit der Systembeschaffenheit zusammen. Je stabiler ein System ist, je mehr sich ein Mensch in seiner natürlichen Balance und somit bei sich selbst befinden, desto weniger anfällig ist er für Beeinflussungen und Manipulationen des größeren Systems oder seiner Umwelt allgemein. Im Gegenteil: Desto eher wirkt er auf das größere System und kann somit dessen Gesamtdynamik und -beschaffenheit beeinflussen.

Die stabile Systembalance kann nicht durch Fremdmanipulation oder Beeinflussung von außen, sondern nur durch die eigene bewusste und freie Willensentscheidung erlangt werden. Dies gilt für den einzelne Menschen, ebenso wie für Gruppen und für ganze Gesellschaften. Systeme pendeln zwischen den Zuständen der Balance und der Dysbalance oder auch Stabilität und Fragilität. Sie zeigen ein natürliches Streben, sich in einem permanenten Prozess der Selbstregulierung immer wieder in den Zustand der Balance zu bringen, dem Prozess der Homöostase. Auch der Mensch zeigt dieses natürliche Streben. Dieses natürliche Streben kann aber durch Manipulationen, entweder direkt im System durch Konditionierung und Erziehung oder in der Schaffung einer unnatürlichen Systemumwelt, nachhaltig behindert und gestört werden. Die Freilegung des natürlichen Strebens und die Unterstützung des Selbstregulationsprozesses im System ist ein weiterer zentraler Bestandteil meiner Arbeit. 

Da sich jedes System auf seine eigene Art und Weise entwickelt und oftmals erst spontan in der jeweiligen Situation zeigt, was der nächste Entwicklungsschritt ist​, muss jede Arbeit mit Menschen, die nachhaltige Veränderung ermöglichen und Manipulationen vermeiden will, verschiedenartig und stets flexibel sein. Sie muss sich an dem orientieren und dort ansetzen, was sich in der jeweiligen Situation beim jeweiligen Menschen zeigt, in seiner Sprache, seinen Gefühlen, seinen körperlichen Empfindungen und seinem Verhalten.

Die Arbeit darf sich dabei nicht zu sehr auf eine Theorie, ein Konzept oder eine Methodik fixieren. Standardisierte Prozesse, die in ihrem Ablauf oder in ihrer inhaltlichen Fixierung zu stark vorstrukturiert sind, laufen stets Gefahr, Menschen und ihre Teilsysteme zu unter- oder zu überfordern. Sie ermöglichen so selten Entwicklung. Im Gegenteil. Sie führen mitunter zur Stagnation oder leiten den Menschen lediglich von einer Konditionierung in die andere. Gleichwohl weisen die Entwicklungswege Strukturähnlichkeiten auf, die sich in der Praxis immer wieder zeigen. Jeder Weg ist ähnlich und doch unterschiedlich, so wie die Menschen unterschiedlich und in ihrem Menschsein doch ähnlich sind.

Die natürlichen menschlichen lebendigen Bedürfnisse:

Ich gehe davon aus, dass der Kontakt zu den eigenen lebendigen Bedürfnissen als Wegweiser für die Veränderungsrichtung notwendig ist. Diese Bedürfnisse, die jeder Mensch ab dem Zeitpunkt seiner Zeugung als biologische Notwendigkeit in sich trägt, spielen zu verschiedenen Zeitpunkten seiner Entwicklung eine unterschiedlich große Rolle und müssen deshalb unterschiedlich gewichtet werden. Sie müssen jedoch immer und zu jedem Zeitpunkt in Balance zueinander stehen und sich frei entfalten dürfen, um den Kontakt zu ihnen aufrecht zu erhalten. Diese Bedürfnisse werden aber von der manipulativen Umwelt bei vielen Menschen überschrieben oder durch vom System angebotene Kompensationsstrategien zugedeckt, so dass kein natürlicher Zugang mehr zu ihnen besteht. Um die natürlichen lebendigen Bedürfnisse wieder frei zu legen muss der Mensch einen Prozess, der zunächst über die Kenntnis und das Verstehen der Bedürfnisse hin zum Spüren und Wahrnehmen führt, durchlaufen. Die lebendigen Bedürfnisse des Menschen stellen die Struktur der Menschlichkeit dar, in der sich die Menschen gleichen und können mit unterschiedlichen Begrifflickeiten beschrieben werden. Diese sind:

Autonomie/Freiheit   -   Verbundenheit/Nähe   -   Sinnhaftigkeit/Bedeutung   -   Weiterentwicklung/Wachstum/Lernen  Identität/Selbstverwirklichung         -         Spiritualität/Anbindung          -          Sicherheit/Vertrauen         -         Freude/Spiel/Neugier 

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Der Mensch kann lernen, auf sein durch die Evolution in sich angelegtes Gespür wieder zu vertrauen und seine Bedürfnisse zu spüren. Er kann lernen seine Gedanken und Gefühle wieder richtig zu deuten und eine gewisse Distanz zu diesen durch die Entwicklung seines Bewusstseins aufzubauen. Der Kontakt und das Vertrauen zu seinem Gespür teilen ihm mit, wonach er sich im Leben wirklich sehnt und wo sein Lebensweg liegt. Sie zeigen ihm auf, wie und womit er seine Bedürfnisse nachhaltig und dauerhaft befriedigen kann und wie er wieder zu unterscheiden lernt, was lediglich Kompensationsstrategien, Ablenkungen und Süchte sind, die ihn nie dauerhaft zufrieden stellen können, nach immer mehr verlangen und ihm in seinem Wohlbefinden dauerhaft schaden.

Die Verbindung mit dem eigenen Selbst:

Das eigene Selbst kann als Kombination aus dem beschrieben werden, was jeder Mensch an Möglichkeiten und Voraussetzungen ins Leben mitbringt und jeder Erfahrung, die er im Laufe seines Lebens macht, sowie die Art und Weise, wie er diese Erfahrungen verarbeitet und darauf reagiert. Da das Leben ab dem Zeitpunkt der Zeugung beginnt und der Mensch ab diesem Zeitpunkt manigfaltigen Erfahrungen ausgesetzt ist und diese, vor dem Hintergrund seiner lebendigen Bedürfnis individuell auf der Grundlage seiner Anlagen verarbeitet, ergibt sich eine komplexe Struktur an Erfahrungen und Reaktionen, die eine vollkommene Einzigartigkeit entfalten. Somit gleicht kein Mensch dem anderen. 

Möglicherweise ist der Ursprung des eigenen Selbst auch dort zu finden, was unter dem Begriff Seele subsummiert wird. Das, was der Menschen spüren kann, wenn er die Geißel der reduktionistischen materialistischen Sichtweise ablegt und sich der Ganzheit seiner Existenz und dem Zusammenspiel der einzelnen Ebenen öffnet.

Um wieder in Kontakt mit seinem eigenen Selbst zu gelangen muss der Mensch sich von dem lösen, was er denkt, sein und darstellen zu müssen, um anerkannt und geliebt zu werden. Er muss sich der tief verwurzelten Angst stellen, abgelehnt zu werden, wenn er sich zeigt, wie er wirklich ist. Um sich von durch Erziehung antrainierten und konditionierten Verhaltens- und Denkschemata zu lösen und die Fähigkeit zu entwickeln sein Leben so zu leben, dass es ihm in seiner Einzigartigkeit wirklich entspricht. Im Streben nach einem zufriedenen Leben, dem Einklang mit sich selbst, gelingenden Beziehungen und im Angesicht der Frage nach dem, was ihn selbst und den Menschen als Wesen eigentlich ausmacht.

Der Menschen hat ein untrügliches Gespür dafür, was für ihn richtig ist. Viele Menschen ignorieren jedoch dieses Gespür und begründen dies durch rationale Gedankenkonstrukte, die abseits von wirklicher menschlicher Vernunft lediglich als Rechtfertigungsmechanismen und Schuld- und Schamabwehr fungieren. Die entscheidende Frage in meiner Arbeit ist, wie der einzelne Menschen, aber auch die Gemeinschaft, wieder lernen kann diesem Gespür zu vertrauen und so einen Wegweiser für die Erlangung von nachhaltiger Systembalance und -stabilit erlangt. Wie der Mensch wieder lernen kann sich dem zuzuwenden, was dieses Vertrauen befördert und stärkt und das zu meiden, was ihn davon entfernt und in die Kontrolle und Destruktivität treibt. Um unser eigenes Selbst zu entdecken und zu wahren muss es durch Grenzen vor den Erwartungen und Manipulationen anderer Menschen geschützt werden. Der Mensch muss fähig werden nein zu sagen.​

Ich bin davon überzeugt, dass der Mensch in dieses Vertrauen nur über seine eigene freie Willensentscheidung gelangen kann. Ist dieser Weg blockiert, kann er durch eine manipulationsfreie und auf ihn eingestimmte Beziehung angeregt werden, diese Blockaden selbst und mit Unterstützung eines Begleiters, zu lösen. Der Weg dahin kann durch Impulse begleitet werden, die stets die Freiwilligkeit und Selbstbestimmungs-fähigkeit des Menschen und somit seine Würde wahren. ​

Sinnsuche und Sinnfindungsprozess:

Die Sinnsuche begleitet den Menschen in seinem Leben immer und überall. Die Verbindung mit dem eigenen Selbst ist Teil der eigenen Sinnhaftigkeit. Diese übersteigt aber den einzelnen Menschen und richtet sich an die Grundfragen der menschlichen Existenz, die ihre Antworten nicht mehr auf der materiellen Ebene, sondern in der Metaphysik, dem Galuben oder der Spiritualität findet.

Hat der Mensch seinen Sinn oder auch Glauben einmal gefunden, kann er selbst schwierigste Situationen überstehen und entwickelt mit ihm eine starke Resillienz gegenüber äußeren Einflüssen. In diesem Sinn stecken auch enorme Selbstheilungspotentiale. Die Sinnhaftigkeit, der man die eigenen Lebensumstände zuschreiben kann, hängt unmittelbar mit der individuellen Systembalance zusammen. Ebenso die Stabilität von Gemeinschaften durch kollektiv sinnstiftende Elemente. Es reicht dabei aber nicht, den Sinn einfach beliebig für sich zu konstruieren oder einen vorgegebenen dogmatischen Glauben unhinterfragt zu übernehmen. Die eigene Sinnhaftigkeit, die manigfaltig individuell ausformulliert werden kann, benötigt eine Anbindung an die Wirklichkeit und der in dieser enthaltenen Ordnungsprinzipien.

Die eigene Sinnsuche stellt den ersten Schritt im Sinnfindungsprozess dar. Der eigene Lebenssinn muss sich dann aber im Handeln und den getroffenen Entscheidungen manifestieren und wird in diesen stetig überprüft. Mit jeder Handlung oder Entscheidung, die im Einklang mit der Sinnhaftigkeit verläuft, wird diese gestärkt und trägt so zur Systemstabilität bei. Sie wird somit aber auch laufend auf die Probe gestellt und in jeder Handlung, die dem Sinn zuwieder läuft, wird er geschwächt und verliert so seine haltgebende Wirkung. Diese Lebenssinnproben können mitunter Leid verursachen. Dieses Leid auszuhalten und zu tragen kann erlernt werden, wenn darin selbst ein Sinn gefunden wird. Hierzu müssen die natürlichen menschlichen Neigungen zur Unlustvermeidung und zur Lustmaximierung, oder gar die Verwechslung dieser Neigungen mit Sinnhaftigkeit, überwunden werden. Erst in diesem Prozess trägt der eigene Sinn zur Lebenszufriedenheit bei. 

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Die Integration der eigenen Geschichte:

Letzlich ist der einzelne Menschen im Jetzt aus einer jahrtausende andauernden Geschichte der Evolution und der in dieser enthaltenen Informationsweitergabe entstanden. In unseren Genen ist all das gespeichert, was die Menschen in unserer Abstammungslinie erlebt haben und was sie geprägt hat. Der Mensch als Wesen trägt die gesamte Entwicklungsgeschichte der Menschheit in sich.

Auf der körperlichen Ebene oder der Biologie zeigen dies die Epigenetik und die Zellforschung. Auf der seelischen Ebene zeigen es alte Mythen, Rituale, Märchen und Geschichten, die in unserer heutigen Welt zunehmend in Vergessenheit geraten. Auf der geistigen Ebene zeigt es sich durch Geistestraditionen, die sich, sowohl im Guten wie im Schlechten, durch die gesamte Geschichte der Menschheit ziehen, was sich nicht zuletzt im Konflikt der unterschiedlichen Menschenbilder zeigt. In dieser Vererbungslinie befinden sich auch nicht aufgelöste Traumata und Ver-letzungen. Diese Ebene der genetischen Vererbung mehrgenerationaler unaufgelöster Traumata, muss im Hinblick auf Widerstände und Blockaden untersucht werden, aber ebenso im Hinblick auf Ressourcen und versteckte Potentiale im einzelnen Menschen.

Die eigene Geschichte zu kennen, sie aufzuarbeiten und sie richtige in den jeweiligen Kontext einzuordnen ist ein wichtiger Bestandteil, um Entwicklung zu ermöglichen. Die Geschichte der Ahnen, die ihre Erfahrungen durch Vererbung auf unterschiedlichen Ebenen an uns weiter gegeben haben, spielt eine große Rolle bei der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. Damit verbunden ist ein vorurteilsfreier und distanzierter Blick auf die Kontexte, in denen die eigenen Vorfahren gelebt haben und eine richtige Einordnung dieser Kontexte. Tabuisierung, Verdrängung oder Verleugnung von Geschichte, sei es die eigene biografische oder die Geschichte vorheriger Generationen, führt zu Bockaden und Widerständen, die mitunter transgenerationale Wirkung entfalten können. Unaufgearbeitete Schuld oder ein falsches Verständnis von Schuld, traumatische Erlebnisse, tiefe Verletzungen oder verweigerte Verantwortungsübernahme können über Generationen hinweg bis ins Heute wirken. Schamgefühle und Loyalitäten manifestieren sich mitunter in völlig anderen Kontexten als denen, in denen sie entstanden sich. 

Von der Selbstliebe zur Beziehungsliebe:

Ich gehe davon aus, dass sich Liebe immer - dem ganzheitlich-holistischen Prizip folgend - vom Einzelnen zum Vielen entfaltet. Liebe bezeichnet für mich die vollständige Annahme dessen, was da ist. Die vollständige Annahme bedeutet, sich selbst als wertvolles Individuum zu erkennen, mit all seinen Stärken und Schwächen, seinen Licht- und Schattenseiten und sich selbst die gleiche Fürsorge und Achtung zu schenken, die man anderen entgegenbringt. Nur wer sich selbst respektiert und versteht, kann andere authentisch lieben, ohne sie zu idealisieren, zu kontrollieren oder von ihnen abhängig zu sein. ​Der einzelne Mensch muss zunächst befähigt sein, sich selbst zu lieben. Erst dann ist er befähigt andere Menschen zu lieben. Seine Kinder, seine Eltern oder seine Freunde. Um sich letztlich mit jedem Menschen verbunden zu fühlen und somit die Gleichwertigkeit jedes einzelnen Menschen anzuerkennen. Denn ohne die Selbstliebe kann die Liebe zu anderen egoistisch, bedürftig oder manipulativ sein, da sie oft aus einem Mangelgefühl oder der Suche nach Bestätigung resultiert.

Doch um selbst auf natürliche Art und Weise die Fähigkeit zu erlangen sich zu lieben, muss der Mensch wiederum zu Beginn seines Lebens von seinen Eltern geliebt werden und er wird diesbezüglich in der frühen Phase seiner Kindheit maßgeblich geprägt. ​​Hat er diese Liebe nicht erhalten, weil schon die Eltern die Fähigkeit selbstlos zu lieben nicht entfalten durften, bleibt eine innere Verletzung und ein Mangelgefühl, das zur Selbstentfremdung führt, da bestimmte Teile des eigenen Selbst abgelehnt, verdrängt oder verleugnet werden. Der Wille und die bewusste Entschei-dung zur Suche nach Selbstliebe im erwachsenen Alter ist die Voraussetzung für wirkliche Beziehungsliebe.​ ​

Beziehung statt Erziehung:

In meiner langjährigen und vielschichtigen Auseinandersetzung mit dem Thema Erziehung bin ich zu dem Schluss gelangt, dass das, was gemeinhin unter Erziehung verstanden wird, Manipulation strukturell gleicht. Nicht das Kind braucht die Erziehung, sondern der in seiner Persönlichkeit nicht ausgereifte Erzieher. Unabhängig davon, ob Erziehung durch angedrohte Bestrafung Angst erzeugt und die Unlustvermeidung anspricht. Oder ob sie durch versprochene Belohnung auf Zugehörigkeitssehnsüchte und Lustmaximierung zielt. In beiden Fällen ist es stets das Bedürfnis angenommen und geliebt und nicht ausgeschlossen zu werden, die die Entscheidung beeinflussen und nicht der eigene freie Wille oder das sich spontan entwickelnde situative Bedürfnis. Es sind so äußerer Anreize, nach denen sich das Verhalten und das Empfinden richtet. Die Entdeckung und Entfaltung der eigenen Persönlich- und Einzigartigkeit wird somit be - und verhindert. Manipulative Methoden in der Erziehung führen beim Kind dazu, dass es seine eigenen Gefühle als falsch anerkennt und somit verlernt auf sich selbst und seine in ihm angelegten Potentiale zu hören. Die Idee der Erziehung beinhaltet immer, dass die Erzieher, seien dies die Eltern, die Schule, der Staat oder die Medien, eine bestimmte Vorstellung davon haben, in welche Richtung sich ein Mensch entwickeln soll und manipulative Mittel einsetzen, um dieses Ziel zu erreichen. Um Kinder in die richtige Richtung zu lenken, werden oftmals subtile Methoden der Angsterzeugung angewendet, was langfristig negative Auswirkungen für die einzelnen Kinder, aber auch für die Familie und letztendlich die Gemeischaft hat. Der Mensch hat als soziales Wesen, tief in sich den Wunsch und die Fähigkeit nach Kooperation und friedlichem Zusammenleben angelegt. Die Minimierung der Manipulation ermöglicht die natürliche Entfaltung dieser Anlagen, die Maximierung der Manipulation hingegen verkehrt sie in ihr Gegenteil.

In der Beziehung zeigt sich Begrenzung auf natürliche Weise. Entweder, da die eigenen Bedürfnisse und Grenzen des Erwachsenen liebevoll aber bestimmt geschützt werden müssen. Oder weil es um Verantwortung und Schutz geht. Schutz in Bereichen, in denen das Kind, da es noch nicht die Reife des Erwachsenen erlangt hat, noch nicht für sich selbst entscheiden kann. Schutz bedeutet in diesem Verständnis auch den Schutz vor der manipulativen Umwelt.

​Die Prägung durch die eigenen frühe Kindheit:

Ich betrachte die Phase der Schwangerschaft, der Geburt und der frühen Kindheit als die prägende Phase im Leben eines Menschen, in der er am sensibelsten und verletzlichsten ist. In dieser Phase können vermehrt innerseelische Konflikte und dadurch Blockaden und Widerstände für spätere Veränderungen und Entwicklungen entstehen. Der innerseelische Urkonflikt ist derjenige zwischen dem eigenen Gespür des Menschen, was für ihn richtig und gut ist und die diesem Gespür widersprechende Umwelt und der durch diese an ihn herangetragenen Erwartungen, an die sich der Mensch versucht anzupassen. Wenn also ein Kind nicht die entsprechende Liebe seiner Eltern bekommt, sondern so sein muss, wie die Eltern, oder später die Gesellschaft, das Kind für sich selbst benötigen. Dieser Konflikt kann durch Bindungsstörungen, erlebte Traumata, chronische Verletzungen oder eine generelle Selbstentfremdung durch Konditionierung verstärkt werden.

Eine gesunde Eltern - Kind - Beziehung und die darin enthaltene soziale Fürsorge halte ich nicht für eine Option, sondern für eine biologische Notwendigkeit. Der Blick auf und die Auseinandersetzung mit der Prägung durch die eigene frühe Kindheit halte ich für unerlässlich im Streben nach wahrer Veränderung.​​​​

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Systemdynamiken und -ordnungen:

Ich sehe in sozialen Systemen wie der Partnerschaft oder der Familie eine natürliche Ordnung, die sich aus dem Entwicklungs- und Evolutionsprozess der Menschheit und den damit einhergehenden Notwendigkeiten ergibt. Sie findet in der Eltern - Kind - Beziehung ihre Ausdrucksweise in den Ordnungsprinzipien Verantwortung und Schutz, die nicht verhandelbar sind und ausnahmslos bei den Eltern liegen. Dies auch im Sinne der Verantwortungsübernahme von emotionaler Bedürfnisbefriedigung, die von den Eltern zum Kind gewährleistet sein muss. Ist diese Ordnung intakt ergibt sich eine dynamische Systemstabilität. Ist sie in Unordnung kann sich dies an vielfältigen Empfindungs- und Verhaltensweisen bei den einzelnen Systemmitgliedern zeigen. Zumeist bei den Kindern, die die Unordnung am sensibelsten wahrnehmen, sie aber auf geistig-mentaler Ebene noch nicht deuten können, während die Erwachsenen in unserer Kultur dazu neigen, sie zu rationalisieren. Ich sehe mich in einer Tradition der klassischen Familientherapie, die es sich ursprünglich zur Aufgabe gemacht hat, die Ordnungen innerhalb von Familien zu erforschen und mithilfe ihres erlangten Wissens aus der Praxis, aber auch aus der Rezeption und Reflektion von Familienbildern und -traditionen unterschiedlicher Kulturen, Familien bei der Neuordnung ihres Familiensystems zu unterstützen. Die Vorstellung von Familie umfasst dabei sowohl die eigene Kernfamilie, als auch die mehrgenerationale Herukunftsfamilie. 

Die Ordnung zeigt sich auch im Vorhandensein von Polaritäten wie den beiden Geschlechtern und ich gehe davon aus, dass in jedem Menschen sowohl weibliche als auch männliche Anteile vorhanden sind, da jeder Mensch aus der Vereinigung von Mann und Frau hervorgegangen ist. Sein biologisches Geschlecht, in seinem evolutionären Entstehungszusammenhang begriffen, hat Auswirkungen auf sein Empfinden und Verhalten. Um unser Potential zu erschließen, müssen wir als Mann mit unseren männlichen Anteilen verbunden und mit unseren weiblichen Anteilen im Frieden sein. Als Frau mit unseren weiblichen Anteilen verbunden und unseren männlichen Anteilen im Frieden sein. In Ergänzung ergeben Männlichkeit und Weiblichkeit in ihrer Unterschiedlichkeit eine Einheit, die jeder Mensch im Einklang mit seiner Einzigartigkeit in eine individuelle Balance bringen muss. Stehen wir in Verbundenheit und Frieden mit unseren Anteilen und somit in einer Balance, stellen diese eine enorme Kraftquelle dar, die uns hilft, Blockaden zu überwinden und uns Klarheit in unseren Entscheidungen und unserem Handeln gibt. Lehnen wir die Anteile ab, bilden sie die Grundlager vieler scheinbar unlösbarer innerer Konflikte, die sich auch im Äußeren abbilden. Das Verständnis von Männlichkeit und Weiblichkeit ist in unserer heutigen Gesellschaft verformt und stark mit moralischen Bewertungen belegt. Dies macht es für viele Menschen schwierig, das was sie empfinden, so zu akzeptieren und in ihre Persönlichkeit zu integrieren. Sie stehen im Konflikt mit sich selbst und haben vielfältige Konflikte im Äußeren. Ich betrachte die bewusste Auseinander-setzung mit diesen Anteilen oder auch Energien als wichtigen Schlüssel zur Erschließung des eigenen Selbstverständnisses und -potentials.

​​Das universelle Streben nach Wachstum und der Wandel als einzige Konstante:​​​​​​

Der Mensch und die Welt befinden sich im permanenten Wandel. Beim einzelnen Menschen wechseln sich Lebensphasen ab. Der Körper altert, der Geist reift, die Seele sucht nach Antworten und Sinn. Umbrüche, tragische und schöne Erlebnisse geschehen und prägen und verändern den Menschen. Zudem verändert sich die Umwelt, in der sich der Mensch bewegt und er muss sich dieser Umwelt in einem fortlaufenden Prozess anpassen, wobei die Anpassungsfähigkeit des Einzelnen aber auch der Gemeinschaft von spezieller Bedeutung ist. Aus dieser Perspektive stellt das Streben und der Vollzug von Veränderung keine bloße Option dar, sondern eine evolutionär bedingte Notwendigkeit. Wer einigermaßen der Gleichen bleiben will, muss sich somit ständig verändern.

Die Veränderung der Umwelt geschieht permanent und dennoch zyklisch und seit einiger Zeit befinden wir uns in einer Zeit der massiven Veränderungen und Umbrüche, die sich in großer Deutlichkeit zeigen. Man könnte auch sagen, die Welt befindet sich im Pozess einer sich zuspitzenden gesamtsystemischen Krise, die sich auf ganz unterschiedlichen Ebenen ausdrückt und den einzelnen Menschen herausfordert. Hieraus resultiert, dass sich viele Menschen den aktuellen Entwicklungen gegenüber ohnmächtig und ausgeliefert fühlen und es ihnen zunehmend schwer fällt, die Orientierung für den eigenen Lebensweg zu behalten. Da in jeder Krise die vorhandenen Systemstrukturen an Deutlichkeit gewinnen und somit das Potential des Erkenntnisgewinns offen legen, ergibt sich aus der Veränderung der Umwelt aber auch die Chance der Entwicklung. Die Chance, sich noch einmal neu auszrichten, sich zu hinterfragen, sich von Altem zu lösen, Neuem aufgeschlossen entgegen zu treten und sich selbst und die Beziehungen die man führt, zu verändern. Der Ausgang jeder Krise ist stets ungewiss, denn dem Potential der Veränderung steht zum Einen die damit einhergehende und bei vielen Menschen stark ausgepräten Angst vor Neuem und zum Anderen die Systemdynamik gegenüber, in alte Verhaltensmuster zu verfallen und diese in der trügerischen Hoffnung auf Sicherheit und Kontrolle umso vehementer zu praktizieren und zu verteidigen. Welchen Weg der einzelne Mensch einschlägt, entscheidet er immer selbst. Auch eine verweigerte Entscheidung, ob bewusst oder unbewusst getroffen, stellt eine Entscheidung dar. Die Entscheidung zur Veränderung aber ermöglicht es uns, über das bloße Funktionieren in einer Gesellschaft hinauszuwachsen, die die Systemfunktionalität für die Interessen Weniger über die individuelle Bedürfnisbefriedigung und die Wachstumschancen des Einzelnen stellt. ​​

Die manipulative Umwelt:

In den westlichen Gesellschaften leben die Menschen mittlerweile in einer hochmanipulativen Umwelt, die es zunehmend erschwert den Zustand der Selbstbestimmung zu erreichen oder aufrecht zu erhalten. Die Aufmerksamkeitsökonomie, die immer größer und uns immer lückenloser begleitende Informationsflut via Internet, die Informationssteuerung über die Politik und die Medien, sowie permanente Erreichbar- und Verfügbarkeit haben großen Einfluss auf das individuelle Empfinden und Verhalten.

Diese Umwelt entfremdet die Menschen immer mehr von ihren natürlichen Bedürfnissen. Eine Umwelt, die in einem hierarchisch angelegten Denken Manipulation als etwas Notwendiges und Gutes verkauft und diese in ihrem künstlich geschaffenen System der Bildungslandschaft und in ihren Institutionen zur Anwendung bringt.

Heutige Eltern, die selbst in dieser post-modernen Gesellschaft aufgewachsen sind und leben, sind mit einer Umwelt konfrontiert, die kaum geeigneten Rahmenbedinungen für eine gesunde Elternschaft vorgibt. Eine Umwelt, die Eltern immer wieder (re-)traumatisiert, sodass wirkliche Elternschaft und ein menschlicher Umgang mit den eigenen Kindern immer schwieriger wird. Eine Umwelt, die die Erwachsenen und die Kinder permanent mit inszenierten Geschichten über die Wirklichkeit manipuliert und sie so immer weiter von ihrem natürlichen Ursprung entfernt, sowie die Familie systematisch immer weiter entwertet, dämonisiert und staatliche Eingriffe in sie als normal und notwendig verkauft.

Um sich selbst nachhaltig zu verändern ist es notwendig, die Manipulationen als solche zu erkennen und sich von ihnen zu lösen und von ihnen unabhängig zu machen. Es ist auch notwendig die Kompetenz zu entwickeln, unterscheiden zu können, welche Informationen aus der Umwelt welche Relevanz tragen. Wir sind mittlerweile mit Informationen überflutet, die eine Umwelt beschreiben, auf die wir keinerlei Einfluss haben. Hierüber vergessen viele Menschen in der sie unmittelbar umgebenden Umwelt, der Familie, den Freunden, den alltäglichen sozialen Kontakten am Arbeitsplatz und in der Öffentlichkeit, zu leben und zu wirken. Um wieder in Kontakt mit sich selbst zu gelangen ist es notwendig wieder die Kontrolle über die Informationen zu erlangen, die die eigene Wahrnehmung beeinflussen, diese zu verstehen, zu deuten und die hinter ihnen liegenden Manipulationsabsichten zu erkennen.

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